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8. Mai 2012

Liebe Frauen,

mit einem lachenden und einem weinenden Auge endete für die LINKE der Wahlsonntag des 6. Mai. Während die Genossinnen und Genossen in Schleswig-Holstein trotz eines leidenschaftlich und engagiert geführten Wahlkampfes deutlich unter den Erwartungen blieben, konnte sich in Thüringen LINKE Frauenpower durchsetzen. Der LINKEN in Nordrhein-Westfalen mit ihrer Spitzenkandidatin Katharina Schwabedissen wünschen wir für den Wahlkampfendspurt viel Kraft und sind optimistisch, dass den Powerfrauen (und -männern) im Westen der Wiedereinzug in den Landtag gelingt.

Herzlich eingeladen sind alle Leserinnen zum Frauenplenum des 3. Parteitages in Göttingen Anfang Juni und zur Teilnahme an der Befragung des Bundesrates LINKE Frauen.

Eure Redaktion

Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Konstanze Kriese, Julia Marg, Anja Mayer, Gabi Ohler, Antje Schiwatschev, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Ulrike Zerhau, Nadia Zitouni

Aktuelles

Fünf LINKE Frauen wurden am 6. Mai in den Stichwahlen zur Oberbürgermeisterin, zu Landrätinnen und zur Bürgermeisterin gewählt. Zwei Wochen zuvor wurde eine weitere Genossin in der Direktwahl zur Bürgermeisterin gewählt. Trotz großer Konkurrenz und der vermeintlich ungebrochenen Vorherrschaft der CDU auf dem Land ist es gelungen, die Mehrheiten in Thüringen nach links zu verschieben. Mehr zum Wahlerfolg findet sich hier.

Ende vergangenen Jahres hat das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend unter dem sperrigen Titel "Unterhaltsvorschussentbürokratisierungsgestz" eine Reform des Unterhaltvorschusses in die parlamentarische Beratung gebracht. Schon im Februar hat die Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in einem offenen Brief an Ministerin Schröder die geplanten Änderungen kritisiert. Der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter hat jetzt die Kampagne "Unterhaltsvorschuss: Ausbauen statt schwächen!" gestartet. Weitere Infos und einen Musterprotestbrief an die Mitglieder des Bundestages gibt es hier.  

Für den nächsten Kurs der Rosa-Luxemburg-Stiftung "Politik, Kommunikation, Management", beginnend im November 2012 und endend im September 2014, sind noch Plätze für Frauen frei. In manchen Fällen haben Landesverbände sich an den Kosten für die Ausbildung beteiligt, wenn die Teilnehmerinnen zugesagt haben, ihre Qualifikationen in der Parteiarbeit einzusetzen. Näheres dazu hier.

Aus der Partei

Der Parteivorstand hat mit der Einberufung des Parteitages auch das Frauenplenum des Parteitages einberufen. Es findet am 1. Juni von 17 bis 20 Uhr in der Lokhalle Göttingen (Ort des Parteitages) statt. Das Frauenplenum wird sich mit den Anträgen zum Parteitag und mit den Kandidaturen befassen. Anmeldungen bitte direkt an Vera Vordenbäumen (vera.vordenbaeumen@die-linke.de).
Für den Zeitraum des Frauenplenums und für den gesamten Parteitag steht eine qualifizierte Kinderbetreuung zur Verfügung. Um die Gruppengröße und Alterszusammensetzung einschätzen zu können, bittet das Organisationsbüro um frühzeitige Anmeldung der Kinder bei Sandra Heiß (sandra.heiss@die-linke.de).

Im Februar haben die Gründerinnen des Bundesrats LINKE Frauen beschlossen, die Frauen in und bei der LINKEN zu fragen, was sie mit dem Engagement in der LINKEN verbinden, welche politischen Themen ihnen besonders am Herzen liegen und was sie von ihrer Partei erwarten. Mit der Hoffnung auf rege Beteiligung und vielfältige Resonanz wendet sich der Bundesrat nun mit diesem Brief an alle weiblichen Parteimitglieder und Sympathisantinnen, um eine "Politik von unten" zu entwickeln.    

In der parlamentarischen Debatte um die Neuregelung des Sorgerechts für unverheiratete Väter hat jetzt auch die Fraktion der LINKEN im Bundestag einen Antrag vorgelegt. An dem mit knapper Mehrheit von der Fraktion beschlossenen Antrag äußern Genossinnen aus verschiedenen Landesverbänden in einem Brief an den Fraktionsvorstand Kritik und fordern eine Kurskorrektur. Das Gleiche fordert auch die LAG LINKE Frauen Berlin.

Lobbying für die Sache der unverheirateten Väter betreibt seit Jahren lautstark der Väteraufbruch, dessen Politik die Münchener Soziologin Dr. Anita Heiliger kritisiert.  

Seit dem letzten Gleichstellungsbericht zum Erfurter Parteitag ist nur ein halbes Jahr vergangen, darum liegt zum Göttinger Parteitag kein kompletter Gleichstellungsbericht vor, nur ein Zwischenbericht zum Arbeitsstand. Dieser ist hier zu finden und wird im Antragsheft 3 zum Parteitag (das kurz vor dem Parteitag erscheint) veröffentlicht.

Fraut euch was! Girls'Day 2012

Am Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag haben Mädchen die Gelegenheit, in typische Männerberufe aus Technik, Naturwissenschaft, Handwerk, IT und auch der Politik reinzuschnuppern. 2011 nahmen insgesamt mehr als 125.000 Mädchen mit über 50 verschiedenen Nationalitäten teil. Das ist besonders schön, da gerade Mädchen mit Migrationshintergrund es besonders schwer haben, in diesen Berufsfeldern Fuß zu fassen.

Dieses Jahr verbrachten 13 Mädchen verschiedener Nationalität zwischen 12 und 17 Jahren den Girls'Day bei der LINKEN. In den Workshops "Wo sehe ich mich in zehn Jahren?", "Die Frauenquote in Europa", "Transpi malen" und "Online-Redaktion" konnten die Mädchen in die Politik hinein schnuppern. In einer angeregten Diskussion beschäftigten sie vor allem die Themen gleicher Lohn und Bildungsgerechtigkeit. Hier eine Presseerklärung von Caren Lay und einige Impressionen. Auf Facebook gibt es außerdem eine Seite "Girls'Day bei der LINKEN".

Internationales

Zu dem langwierigen Friedensprozess in Nepal gehört die immer noch nicht abgeschlossene Bildung einer neuen Verfassung. Am 27. Mai läuft die Frist für den Verfassungskonvent ab. Ein wichtiger Bestandteil der Verhandlungen ist die Einrichtung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC), die Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkriegs zwischen der Armee und den maoistischen Rebellen aufarbeiten soll. Weiterhin geht es um die Eingliederung früherer Kämpfer der maoistischen Volksbefreiungsarmee (PLA) in die nationalen Streitkräfte.

Aber auch für die Frauen Nepals geht es bei den neuen Verfassungsverhandlungen um viel: Die bisherige Übergangsverfassung hat einen parlamentarischen Anteil der Frauen von 33 Prozent festgelegt, welcher jedoch bisher nicht konsequent umgesetzt wurde. Verschiedene Frauenorganisationen fordern nun die verfassungsmäßig festgelegte Quote von 50 Prozent Frauenanteil in allen staatlichen Gremien. Es bleibt also weiterhin spannend, wie Friedensverhandlungen in Nepal voranschreiten, und welchen Stellenwert die Geschlechtergerechtigkeit dabei haben wird. Weitere Informationen gibt es hier (deutsch) und hier (englisch).

Portrait

Die Spitzenkandidatin für NRW: Katharina Schwabedissen

Katharina Schwabedissen kämpft am 13. Mai als Spitzenkandidatin für den Wiedereinzug der LINKEN in den nordrhein-westfälischen Landtag. Die Wittener Direktkandidatin ist seit 2008 Landessprecherin der Partei DIE LINKE in NRW und bereits seit der Gründung der WASG 2004 in NRW mit dabei.

Sie ist 39 Jahre alt, hat zwei Söhne und vor ihrem Studium der Philosophie und Geschichte eine Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen. Sie ist Feministin und Sozialistin und in der Friedens- und Menschenrechtsarbeit aktiv.

Der sympathischen und bodenständigen Politikerin ist der Kontakt zu den Menschen und die Möglichkeit, deren Interessen zu vertreten, das Wichtigste. Im Wahlkampf sucht sie derzeit bevorzugt die Orte auf, an denen sie mit den Menschen über das, was sie bewegt, direkt sprechen kann - etwa während einer landesweiten Aktion vor den Jobcentern der Stadt (mehr) oder in der Düsseldorfer Fußgängerzone (mehr).

Aktuell ist sie unter anderem für Frauen- und Innenpolitik zuständig und Mitglied der LAG LISA. In einem Zeit-Artikel vom 3. Mai wird sie als Hoffnungsträgerin der Partei vorgestellt. "Linker Frühling".

Tipps und Termine

10. Mai 2012, 19.30 Uhr, Düsseldorfer Frauen im Widerstand gegen das faschistische NS-Regime. Buchvorstellung „Frauen im Widerstand 1933-1945" in Düsseldorf. Mehr

10. Mai 2012, 19.30 Uhr, "Care Work: Geschlechterverhältnisse im Wandel neoliberaler Regulierung", Vortrag und Diskussion mit Gabriele Winker, Netzwerk Queerfeminismus und Ökonomiekritik, Kinderbauernhof im Görlitzer Park, Wiener Str. 59b, Eingang durch den Park

11. bis 13. Mai 2012, 38. Feministischer Juristinnentag im Lidice-Haus in Bremen. Mehr

11. bis 13. Mai, EL-EFM Treffen in Málaga (Spanien). Das Programm gibt es hier.

15. Mai 2012, 19 Uhr, "Nein, danke. Das kann ich auch allein. Über den Sinn und Unsinn von Frauenquoten, ZEP Heidelberg. Mehr

18. Mai 2012, 19 Uhr, Vortrag "Keine Emanzipation ohne die Gesellschaft" - Geschlecht(erverhältnis) und Kritische Theorie, in "Die ganze Bäckerei", Augsburg. Mehr

22. Mai 2012, 18.30 Uhr, Frauen im Widerstand gegen den Faschismus, RLS-Büro in Stuttgart. Mehr

23. Mai 2012, 19.30 Uhr, "Kämpfe um die Zeit - Gute Arbeit, gutes Leben!" mit Kreszentia Flauger, Haus Unter den Linden, Herford. Mehr

24. Mai 2012, 19.30 Uhr, "Brauchen wir den Frauentag eigentlich noch?" Vortrag/Diskussion im Quasimono, Cottbus. Mehr

29. Mai 2012, 18 Uhr, "Die Vier-in-Einem-Perspektive", Lesung und Gespräch, Hansaplatz in Hamburg. Mehr

30. Mai 2012, 15 Uhr, "Die Braut sagt Nein", Buchvorstellung und Diskussion in der Gaststätte "Zum Herrenkrug" in Sangerhausen. Mehr

1. Juni 2012, 17 bis 20 Uhr, Frauenplenum des Parteitages, Lokhalle Göttingen. Mehr

2./3. Juni 2012, 1. Tagung des 3. Parteitages der Partei DIE LINKE, Lokhalle Göttingen. Mehr 

2. Juni 2012, 16 Uhr, "Frauenfrage in der radikalen Linken", Vortrag im Rahmen der Kritischen Buchmesse mit Andrea Trumann in der Universität Mainz. Mehr 

7. Juni 2012, 19.30 Uhr, Frauen in der Neonazi-Szene, Vortrag und Diskussion mit Frauke Büttner, Bahnhof Langendreer in Bochum. Mehr

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