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1. April 2014

ein kämpferischer März liegt hinter uns: Tausende sind zum Frauenkampftag auf die Straße gegangen, auf zahlreichen Veranstaltungen wurde über Frauenrechte diskutiert. Dennoch zeigen die aktuellen Nachrichten, dass auch künftig noch Vieles zu tun ist, sei es bei der Frauenquote, im Kampf gegen Gewalt an Frauen oder für eine gesicherte Zukunft der freiberuflichen Hebammen. Über diese und viele weitere Themen könnt ihr in der aktuellen Ausgabe lesen.

Viel Spaß beim Lesen, sonnige Frühlings- und erholsame Ostertage wünscht

Eure Redaktion

Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Antje Kind, Antje Schiwatschev, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Uta Wegner, Nadia Zitouni

Aktuelles

Am 25. März 2014 wurden von Familienministerin Schwesig und Justizminister Maas Leitlinien für das neue Frauenquoten-Gesetz vorgestellt. Ab 2016 soll eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent in allen börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen eingeführt werden. Das heißt, beide Kriterien müssen zutreffen, also das Unternehmen muss sowohl börsennotiert als auch mitbestimmungspflichtig sein. Das trifft auf gerade einmal 108 Unternehmen zu. Die Parteivorsitzende Katja Kipping fordert nach wie vor eine 50-Prozent-Frauenquote und die Einbeziehung aller börsennotierten ODER mitbestimmungspflichtigen Unternehmen. Auch Cornelia Möhring, Frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, kritisiert, dass die Frage nach den Konsequenzen bei Nicht-Einhalten der Quotenregelungen mit den vorgelegten Leitlinien nicht beantwortet ist.

Ein Jahr lang, beginnend mit dem 8. März 2013, haben die Frauenhauskoordinierung und die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser Unterschriften gesammelt. Am 13. März 2014 wurden diese den Bundestagsvizepräsidentinnen Petra Pau, Edelgard Bulmahn und Ulla Schmidt übergeben. Denn mit einem bundesweiten Hilfetelefon allein ist ein flächendeckender Schutz gegen Gewalt an Frauen nicht einlösbar. Ohne Kampagnen - wie die unter dem Titel "Schwere Wege leicht machen" - scheint sich die herrschende Politik kaum weiter zu bewegen. Dabei ist der Handlungsdruck enorm. Ergebnisse einer europäischen Studie der FRA (Agentur der Europäischen Union für Grundrechte) haben jüngst das erschreckende Ausmaß an Gewalt gegen Frauen offenbart. 33 Prozent aller Frauen, das sind 62 Millionen Frauen in Europa, erleiden körperliche oder sexualisierte Gewalt. In Deutschland liegt der Anteil mit 35 Prozent noch höher. Ein erschreckender Befund der Studie: Nur 15 Prozent aller Frauen gehen zur Polizei, erwarten auf diesem Wege Unterstützung und Klärung. Weitere Informationen dazu gibt es hier. Auch die Europäische LINKE richtet sich mit einem Appell an die Öffentlichkeit.

Mitte März wurde ein von acht Bundesländern eingebrachter Antrag zur Absicherung der Geburtshilfesituation vom Bundesrat angenommen. Hintergrund ist die angespannte Situation auf dem Versicherungsmarkt für freiberufliche Hebammen. Die stetig steigenden Versicherungsprämien zwingen die Hebammen zur Aufgabe ihres Berufs. Der Deutsche Hebammenverband begrüßte den Beschluss des Bundesrates, fordert aber gleichzeitig dessen rasche Umsetzung. Birgit Wöllert, MdB DIE LINKE, fordert ebenfalls die Sicherung der Hebammenarbeit. Ihre Rede im Bundestag kann hier nachgelesen werden. 

Aus der Partei

Angelehnt an das Konzept zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit hat sich der Parteivorstand auf seiner Sitzung am 22./23. März mit dem Zweiten Gleichstellungsbericht befasst. Dieser wird nun dem Parteitag vorgelegt, gleichzeitig befasst sich der Ausschuss zur Umsetzung der Maßnahmen zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in der LINKEN in seiner nächsten Sitzung mit dem Bericht. Vor allem für die Präsenz von Frauen in den Kreisen und der Gewinnung von Frauen für unsere Politik müssen wir als LINKE weiterhin nach Möglichkeiten suchen. Auf Landes- und Bundesebene haben wir erstmalig eine deutliche Repräsentanz von Frauen über 50 Prozent.

Girls' Day bei der LINKEN

Auch in diesem Jahr hieß die DIE LINKE wieder interessierte Mädchen im Alter von 11-17 Jahren im Karl-Liebknecht-Haus zum Girls' Day willkommen. Die Schülerinnen bekamen einen Einblick in die Arbeit der Bundesgeschäftsstelle und konnten in verschiedenen Workshops über ihre Zukunftsperspektiven oder Frauen in Europa diskutieren, ein Transparent zum Thema Gleichstellung malen oder erste Erfahrungen im Fotografieren sammeln.

Ab sofort ist die neue "LOTTA", das feministische Magazin der Fraktion DIE LINKE, erhältlich. Titelthema der aktuellen Ausgabe ist "Viel Dienst, wenig Verdienst". Die PDF kann hier gelesen werden, ein kostenfreies Abo gibt es hier

Portrait

"Woman in Exile": Gewinnerin des Clara-Zetkin-Frauenpreises 2014

Am Vorabend des Internationalen Frauentages 2014 verlieh DIE LINKE zum vierten Mal den Clara-Zetkin-Frauenpreis. Gewinnerin der diesjährigen Ausschreibung war "Woman in Exile", eine Initiative von Flüchtlingsfrauen, die sich in Brandenburg zusammen gefunden haben, um für ihre Rechte zu kämpfen. Grund für ihr Engagement war die Erfahrung, dass Flüchtlingsfrauen doppelt Opfer von Diskriminierung sind: Sie werden als Asylbewerberinnen durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen diskriminiert. Der diesjährige Ehrenpreis ging an die Hartz-IV-Rebellin Inge Hannemann. Einen ausführlichen Bericht zur Preisverleihung gibt es hier.
 

Tipps und Termine

1. April 2014, 18 Uhr, Lektürekurs Feministische Utopien, mit Sonja Vieten, Katharina Volk, Melanie Stitz, im ZAKK, Fichtenstraße 40 in Düsseldorf. Mehr

1. April 2014, 18 Uhr, "Der sittsame Mensch hat schwierige Familienbeziehungen, beim unsittlichen geht alles rund." (Leo Tolstoi), Diskussion/Vortrag, RLS Brandenburg, Potsdam. Mehr 

3. April 2014, 19 Uhr, "Geschlechterverhältnisse im heutigen Russland", Diskussion/Vortrag, Hansa 48, Kiel. Mehr

4. April 2014, 9 Uhr, "Geschlechterbilder und Rechtsextremismus", Tagung/Konferenz, Fachhochschule Kiel, Mehrzweckgebäude, Kiel. Mehr

4. April 2014, 19 Uhr, "Die Gedanken sind frei – oder: Wer hat Angst vor der Männerdämmerung?",  ein Solo von/mit Gerdrun, Leipzig, Soziokulturelles Zentrum Frauenkultur, Windscheidstr. 51. Mehr

4. bis 6. April 2014, DIE LINKE auf der Messe "Die 66", MOC - Veranstaltungscenter, Lilienthalallee 40, München. Mehr

6. April 2014, 11 Uhr, "Frauen der Welt in München" - Netzwerktreffen für politisch engagierte Frauen (mit und ohne Migrationshintergrund), Arbeitstreffen, RLS-Regionalbüro Bayern, München. Mehr
7. April 2014, 19 Uhr, "Die Frau meines Vaters – Erinnerungen an Ulrike", Buchvorstellung
mit Anja Röhl, Literaturhaus Schleswig-Holstein, Kiel. Mehr

7. April 2014, 19 Uhr, "Politik, Porno und Protest um 1900", Diskussion/Vortrag, Rosa Strippe Bochum e.V., Bochum. Mehr 

9. April 2014, 19 Uhr, "Erst wenn wir wieder Frieden haben..." - Briefe von Clara Zetkin nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, Lesung/Gespräch, RLS Regionalbüro Stuttgart, Stuttgart. Mehr 

10. April 2014, 18.30 Uhr, "Muslime versus Schwule" - Karriere des konstruierten Gegensatzes, Diskussion/Vortrag mit Koray Yılmaz-Günay, Internationales Zentrum, Duisburg. Mehr 

11. April 2014, 19 Uhr "Frau im Exil" - Zweisprachige Lesung (türkisch/deutsch) und Diskussion mit Pinar Selek, Literaturkaffeehaus Taranta-Babu, Dortmund. Mehr

13. April 2014, 14.30 Uhr, "Frau im Exil" - Zweisprachige Lesung (türkisch/deutsch) und Diskussion mit Pinar Selek, Renate-Weckwerth-Haus, Oberhausen. Mehr

24. April 2014, 19 Uhr, "Kritische Gesellschaftstheorie, Herrschaft, Krise", Diskussion/Vortrag, Conne Island, Leipzig. Mehr 

9. Mai 2014, 12 Uhr, Frauenplenum des Parteitages der Partei DIE LINKE, Velodrom, Berlin.

9. bis 11. Mai 2014, 2. Tagung des 4. Parteitages der Partei DIE LINKE, Velodrom, Berlin. Mehr

10. Mai 2014, 15 Uhr, Lesen gegen das Vergessen, Bebel-Platz, Berlin. Mehr

10./11. Mai 2014, "Geschlechtergerecht Politik gestalten", Seminar, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Seminarraum 2, 1. OG, Berlin. Mehr

12. bis 15. Juni 2014, "Frauensommerakademie*2014: Let's Talk About Sex!", Gut Frohberg, Schönnewitz. Mehr 

23. bis 27. Juli 2014, 9. Sommeruniversität der EL 2014, Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte Werbellinsee.