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7. Oktober 2014

der Herbst hält nun Einzug und es gibt viel Neues zu berichten, zum Beispiel über den Sexarbeitskongress, die Debatte um die Einführung der Rezeptpflicht für die "Pille danach" oder über den Erfolg der Spanier*innen bei der Verhinderung des Abtreibungsgesetzes. Und natürlich gibt es auch wieder viele spannende Termine und Veranstaltungsankündigungen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Eure Redaktion

Judith Benda, Nina Eumann, Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Antje Kind, Anja Mayer, Juliane Pfeiffer, Antje Schiwatschev, Katrin Voß, Uta Wegner, Nadia Zitouni

Aktuelles

In der weit überwiegenden Anzahl der europäischen Länder kann die "Pille danach" auf Basis des Wirkstoffs Levonorgestrel rezeptfrei und komplikations­los in Apotheken gekauft werden. Im Gegensatz zu den Nachbarländern ist der Zugang zu diesem Medikament in Deutschland an eine ärztliche Verschreibung gebunden. Für die betroffenen Frauen führt dies zu einer höchst unbefriedigenden Situation, für die es keine tragfähige Begründung gibt. DIE LINKE wiederholte ihre Forderung mit einem weiteren Antrag, die Pille danach jetzt aus der Rezeptpflicht zu entlassen, da die große Koalition die Entscheidung im Gesundheitsausschuss zu einem früheren Antrag der LINKEN vertagte. Hier ist die Rede der frauenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Cornelia Möhring, nachzulesen.

Vom 24. bis 26. September 2014 fand in Berlin in der Humboldtuniversität der Sexarbeitskongress statt. Debattiert wurde unter dem Motto "Sexarbeit in Zeiten der Bewegung" unter anderem über unterschiedliche Perspektiven auf Sexarbeit und Prostitution. Überlagert wurde der Kongress von Diskussionen über die Anmeldepflicht von Sexarbeiterinnen, die von der Großen Koalition im Zuge der Reform des Prostitutionsgesetzes gefordert wird.

Aus der Partei

Ende September fand die Auftaktveranstaltung des Mentoringprogramms 2014/2015 statt. Der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Matthias Höhn, der selbst einmal Mentor war, begrüßte die 18 Teilnehmerinnen zu Beginn der Veranstaltung. Im Laufe des Wochenendes tauschten sich die Mentees mit einigen Mentorinnen über Erwartungen und Rollen im Mentoring aus und erfuhren von ehemaligen Teilnehmerinnen, welche Chancen das Programm beinhaltet. Die Mentees besuchten außerdem das Fest der LINKEN und den Bundestag. Hier trafen sie Christine Buchholz und Petra Pau und sprachen unter anderem über den NSU-Untersuchungsausschuss, außenpolitische Themen und darüber, was es heißt, Bundestagsabgeordnete zu sein. Weitere Infos zum Mentoringprogramm gibt es hier.  

Zum zweiten Mal in diesem Jahr sind die Bildungspartisaninnen in einen Landesverband der LINKEN "eingefallen", um mit bildungsaktiven Frauen aus der Region über politische Schwerpunkte in der Bildungsarbeit, Vernetzungen und Stärkung vorhandener Frauenstrukturen vor Ort nachzudenken. Dieses Mal zog es uns nach Karlsruhe. Weiterlesen

Internationales

Die spanische Regierung hat ihr Vorhaben, das Abtreibungsgesetz zu verschärfen, aufgegeben. Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch bleibt. "Das ist ein großer Erfolg für die Proteste der Zivilgesellschaft und ein Sieg für all jene, die sich für eine fortschrittliche Familienpolitik stark machen", kommentiert Cornelia Ernst, Sprecherin der Delegation DIE LINKE im Europäischen Parlament die Entscheidung.

Cornelia Ernst weiter: "Rückständiges Gedankengut wie es von Spaniens Regierungspräsident Rajoy und den so genannten Lebensschützern propagiert wird, hat in einer Gesellschaft, in der Menschen, die selbstbestimmt lieben und leben wollen, keinen Platz. Als europäische Linksfraktion gratulieren wir all den Menschen, die in den vergangenen Monaten gegen die reaktionären Gesetzespläne in Spanien demonstriert und aktiv gemacht haben." Die vollständige Pressemitteilung von Cornelia Ernst ist hier zu finden.

Immer wieder gibt es neue Horrornachrichten darüber, wie der IS in Syrien und Irak Frauen und Mädchen vergewaltigt und verschleppt. Was bei all den grauenerregenden Meldungen in den Hintergrund gerät, ist die Lage der Frauen, denen die Flucht vor dem IS und anderen Gruppen gelungen ist. Bis zu 80 Prozent der Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern sind Frauen und Kinder.
Viele der geflohenen Frauen haben in Folge des Krieges ihre Männer verloren, die getötet oder inhaftiert wurden oder verschollen sind. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk in seiner Studie im Juli sichtbar machte, stehen diese Frauen, die allein für die Versorgung der Familie verantwortlich sind, unter enormen Druck. Sie erfahren wirtschaftliche Ausbeutung, sexuelle Belästigung bis hin zu sexueller Gewalt. Einige Frauen prostituieren sich, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern, andere bieten sich selbst oder ihre Töchter auf dem Heiratsmarkt an. In jordanischen Flüchtlingslagern soll sogar ein Drittel aller Bräute minderjährig sein.

Die EU-Kommission hat vor knapp zwei Wochen eine dreiseitige Information mit dem Titel "Europa durchbricht die Gläserne Decke" herausgegeben, mit den Maßnahmen der Europäischen Kommission zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in den höchsten Entscheidungsgremien der börsennotierten Unternehmen in der Europäischen Union (EU). Aufgrund der Tatsache, dass der Frauenanteil an den Fleischtöpfen großer Firmen in der EU im Vergleich zum Vorjahr um atemberaubende 0,8 Prozent auf kolossale 18,6 Prozent gestiegen ist, spricht die EU-Kommission vom Durchbruch der so genannten "Gläsernen Decke".

Porträt

Susanne Wellsow-Hennig

Seit 2004 setzt sich Susanne Wellsow-Hennig im Thüringer Landtag für eine sozialere Politik, vor allem im Bildungsbereich ein. Es ging ihr dabei immer schon um bessere Bildung von der Kita über die Schule bis zur Hochschule. Engagiert setzt sie sich ebenfalls für höhere Löhne und gute Arbeit, für die Unterstützung von Familien, für eine demokratische Kultur und gegen Neonazis ein. Als Stadträtin in Erfurt ist sie acht Jahre für neue Wege in der Stadtentwicklung eingetreten und hat sich zum Beispiel gegen die Privatisierung von städtischen Wohnungen gestemmt. Gemeinsam mit Vereinen und Initiativen hat sie für den Erhalt von Jugend- und Kulturförderung gestritten. Daran merkt man auch, wie wichtig es ihr ist, die Menschen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Seit 2013 ist Susanne Landesvorsitzende der Thüringer LINKEN und bestreitet gemeinsam mit anderen derzeit die schwierigen Sondierungsgespräche für einen Politikwechsel in Thüringen hin zu einer rot-rot-grünen Koalition. Auf ihrer Internetseite könnt ihr euch umfassend über das Engagement von Susanne informieren.

 

Tipps und Termine

7. Oktober 2014, 19.30 Uhr, Rosa Luxemburg – zwischen Liebe und Zorn, Lesung/Gespräch, Stadtbibliothek, Magdeburg. Mehr 

9. Oktober 2014, 18 Uhr, "Aktiv im Alter" - Leitbilder und Realitäten des Altwerdens, Diskussion/Vortrag, RLS-Regionalbüro Saarland, Vortragssaal, Saarbrücken. Mehr

16. Oktober 2014, 19.30 Uhr, "Antifaschistische Frauen in Hannover", Lesung/Gespräch, Annabee Buchladen, Hannover. Mehr 

17. Oktober 2014, 19 Uhr, "Hure spielen" - Die Arbeit der Sexarbeit. Buchpräsentation mit Autorin Melissa Gira Grant, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Salon, Berlin. Mehr // Weitere Termine: 18. Oktober, 20 Uhr im GOLEM, Hamburg. Mehr; 20. Oktober, 19 Uhr, Odonien, Köln. Mehr 

22. Oktober 2014, 19 Uhr, "Käthe Kollwitz: Deutsche Grafikerin, Bildhauerin und Pazifistin" - Reihe Friedensaktivistinnen des 20. Jahrhunderts, Diskussion/Vortrag, Seidl-Villa, München. Mehr

27. Oktober, 18 Uhr, "Von der Marktfrau zur vermarkteten Frau", Diskussion/Vortrag, Felicitas-von-Selmenitz-Haus, Halle. Mehr

5. November 2014, 19 Uhr, "Rosa Luxemburg: Die Kassandra des 1. Weltkrieges" - Reihe Friedensaktivistinnen des 20. Jahrhunderts, Diskussion/Vortrag, EineWeltHaus, München. Mehr

7. bis 9. November 2014, "Cross_Solidarity II -  Re:Organisieren der Linken in der Krise", Tagung/Konferenz, Bahnhof Bochum-Langendreer. Mehr

15./16. November 2014, "Still Lovin' feminism", Auftaktveranstaltung zum FrauenKampfTag 2015, ESN - Evangelische Schule Neukölln, Mainzer Str. 47, 12053 Berlin. Weitere Informationen gibt es in Kürze hier.

30. Januar bis 1. Februar 2015, Bundesfrauenkonferenz der Partei DIE LINKE, Hannover. Weitere Informationen folgen in Kürze.