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8. September 2015

während wir uns noch sehnsüchtig an die schönen Reisen des Sommers erinnern, hat für viele Menschen der Weg in die Ferne eine gänzlich andere Bedeutung. Die Bilder der Flüchtlinge, die vor Krieg, Zerstörung und Not in ihren Heimatländern fliehen müssen, erreichen uns täglich. Wir freuen uns über die neue Willkommenskultur, wissen aber auch, dass die Leben der Flüchtlinge manchen keines Schutzes wert zu sein scheinen. Dafür melden sich in diesen Tagen selbsternannte "Lebensschützer" in Deutschland und Europa zu Wort, die Frauen das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper entziehen wollen.

Engagement und Solidarität wünscht 

Eure Redaktion

Judith Benda, Janina Bloch, Nina Eumann, Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Jana Hoffmann, Antje Kind, Caren Lay, Anja Mayer, Juliane Pfeiffer, Antje Schiwatschev, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Uta Wegner, Nadia Zitouni

Aktuelles

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft für den 19. September 2015 zu einem Aktionstag "Leben und Lieben ohne Bevormundung" auf. Mehr  Protest und Aktionen richten sich gegen den sogenannten „Marsch für das Leben“, für den erneut der Bundesverband Lebensrecht (BVL) mit reaktionären, antifeministischen und fundamentalistischen Parolen mobilisiert. Katja Kipping fordert die ersatzlose Streichung des Paragraphen 218 und die Blockade des Marsches. Mehr
Weitere Infos zu Protesten finden sich auch hier.

Die Bilder von Menschen auf der Flucht bestimmen allerorten die Berichterstattung. Mindestens 50 Prozent aller Flüchtlinge sind Frauen und Mädchen. Angst ist der ständige Begleiter von Frauen auf der Flucht – Angst vor Gewalt und sexuellen Übergriffen, Hunger und Krankheit, dem Verlust von Angehörigen und einer ungewissen Zukunft. Frauen verlassen ihre Heimat meist allein mit den Kindern und älteren Familienangehörigen, weil ihre Ehemänner, Väter oder Brüder getötet, gefangengenommen oder als Rebellen oder Soldaten eingezogen wurden. Unter schwierigsten Bedingungen sichern diese Frauen das Überleben ihrer Familien. Wer geflohenen Frauen helfen will findet hier Informationen und Adressen. Die Aktivistinnen von "International Womens Space" erinnern daran, dass bei aller begrüßenswerten Solidarität und Hilfe die Forderungen der politischen Flüchtlingsbewegung nicht vergessen werden sollten. Mehr

Aus der Partei

"Hexenwerk und Kinderkacke: Krise der sozialen Reproduktion"

Unsere Reihe Feministische Gesellschaftsanalyse für Teamende, Bildungsverantwortliche und andere Aktive der LINKEN rückte diesmal die Krise der sozialen Reproduktion ins Zentrum des Seminars: Was ist das für eine Gesellschaft, in der sorgende, pflegende und erzieherische Tätigkeiten viel weniger wert zu sein scheinen als die Produktion von Waren? In einem autobiografischen Einstieg ins Thema stießen wir schnell auf des Pudels Kern: In den teilweise sehr persönlichen Erzählungen kamen zunächst bezeichnenderweise vor allem Tätigkeiten zur Sprache, die als "Arbeit" im Sinne entlohnter und gesellschaftlich anerkannter Berufe gelten. Erst auf den zweiten Blick wurde all die oft unsichtbare Fürsorgearbeit in den Biografien der Teilnehmenden thematisiert. Ein Seminarbericht von Anne Steckner

"Wir müssen reden, Genossin ;-)"

Die „Bildungspartisaninnen“ sind auch 2015 unterwegs und laden bildungs- und parteiaktive Frauen in der LINKEN nach Lübeck (am 17. Oktober) und nach Mainz (am 24. Oktober) zu regionalen Tagesworkshops ein. Wir fragen: Wie müssen wir unsere Partei und uns selbst verändern, damit mehr Frauen Lust bekommen, sich bei und mit uns einzumischen? Wie können wir gemeinsam handlungsfähiger werden? Was wollen wir wissen, um den Ursachen gesellschaftlicher Widersprüche und Krisen auf die Spur zu kommen? Und mit Rosa Luxemburg fragen wir: Was heißt revolutionäre Realpolitik – heute, hier und jetzt? Gemeinsam werden wir entscheiden, worauf wir den Schwerpunkt unserer Diskussion legen. Wir schlagen zum Beispiel vor, die so drängenden Fragen der Flüchtlingspolitik zu thematisieren oder vor dem Hintergrund unserer Kampagne „Das muss drin sein.“ zu fragen, wie wir für ein solidarisches Zusammenleben in der Gesellschaft streiten wollen. Mehr

Monika von der Lippe wurde am 18. August 2015 von der Frauenministerin Diana Golze (DIE LINKE)zur neuen Landesgleichstellungsbeauftragten in Brandenburg berufen. Sie hat in der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN vor gut zehn Jahren als Elternzeitvertretung für die Bundesfrauenreferentin angefangen und war zuletzt Leiterin des Bereiches Bürgerdialog, Medien und Öffentlichkeitsarbeit. Hier die Seite der Gleichstellungsbeauftragten.
Herzlichen Glückwunsch an Monika!

Lesetipps

Vier Schiffe auf dem Mittelmeer und die Menschen, die auf diesen Schiffen unterwegs sind, bilden den Stoff für "Havarie", den neuen Kriminalroman von Merle Kröger: ein Flüchtlingsboot, ein Frachter, ein Boot der Küstenwache und das Kreuzfahrtschiff "Spirit of Europe". Das Mittelmeer ist das Meer der Toten. Allein in diesem Jahr haben mehr als 100 000 Menschen versucht, über das Wasser nach Europa zu fliehen, und niemand weiß, wie viele von ihnen dabei ihr Leben verloren haben. Merle Krögers Thriller „Havarie“ führt gleich auf den ersten Seiten mitten hinein in die Nachrichtenaktualität. mehr

Seit mehr als dreißig Jahren erscheint mittlerweile die Zeitschrift "feministische studien". Die "feministischen studien" sind ein wichtiges Forum interdisziplinärer Debatte deutschsprachiger Frauen- und Genderforschung. Seit Ende 2014 wird die Zeitschrift durch einen Blog ergänzt, der mit zeitnah publizierten Debattenbeiträgen zu aktuellen Fragen den Dialog zwischen unterschiedlichen feministischen Generationen befördern will. mehr

Termine

9.-11. September 2015, Ladyfest Rostock. Mehr

11./12. September 2015, Fest der Linken, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. Mehr

15. September 2015, Antifeminismus von Rechts, Centro Soziale, Hamburg. Mehr

26. September 2015, Workshop "Erst wenn wir wieder Frieden haben..", Helle Panke, Berlin. Mehr

3. Oktober 2015, Hommage an Louise Aston, Kulturzentrum Wilhelm 13, Oldenburg. Mehr

9.-11. Oktober 2015, 7. Feministische Herbstakademie, Buntes Haus, Bielefeld. Mehr

17. Oktober 2015, "Wir müssen reden, Genossin ;-)", Lübeck. Mehr

16.-18. Oktober 2015, Konferenz: UmCare, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin. Mehr 

24. Oktober 2015, "Wir müssen reden, Genossin ;-)", Mainz. Mehr