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4. April 2017

ein kämpferischer März mit vielen tollen Frauentagsveranstaltungen liegt hinter uns - herzlichen Dank an alle, die das mit organisiert haben!
In Schleswig-Holstein und NRW geht der Wahlkampf in die heiße Phase. DIE LINKE hat in beiden Landesverbänden tolle und motivierte Kandidatinnen (und Kandidaten) und überzeugende Argumente. Wir wünschen ihnen viel Erfolg. Und dann stellen sich so nach und nach alle Uhren auf den Bundestagswahlkampf ein. In den nächsten Tagen wird der Leitantrag zum Bundestagswahlprogramm veröffentlicht, der ein vielversprechendes feministisches Kapitel enthält – aber macht euch selber ein Bild und diskutiert dazu!

Eure Redaktion

Judith Benda, Janina Bloch, Nina Eumann, Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Caren Lay, Anja Mayer, Antje Schiwatschev, Claudia Sprengel, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Uta Wegner, Nadia Zitouni

Aktuelles

Am 18. März wurde in Deutschland zum zehnten Mal der Equal Pay Day begangen. Die Fraktion DIE LINKE. beteiligte sich am Equal Pay Kongress. Der stand unter dem Thema Partnerschaftlichkeit. Frauen leisten noch immer den Löwenanteil der gesellschaftlich notwendigen, gleichzeitig aber unbezahlten Pflege-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit. Dieser "Gender Care Gap" beträgt 52 Prozent und ist oft nicht frei gewählt. Er verfestigt die Rollenklischees, die die meisten Paare gern überwinden würden. Deswegen halten auch wir Partnerschaftlichkeit für einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Geschlechterdiskriminierung. So will DIE LINKE den Ansatz der Partnerschaftlichkeit konsequent weiterführen und jedem Elternteil zwölf nicht übertragbare Elterngeldmonate zur Verfügung stellen – und Alleinerziehenden 24 Monate.

Natürlich war auch das von der Bundesregierung vorgelegte "Entgelttransparenzgesetz" Thema. Dazu sagte Jutta Krellmann, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag auf dem Podium: "Dieses Gesetz wird kaum helfen die Lohnlücke zu schließen und ist seinen Namen nicht wert. Es überlässt die Durchsetzung des Rechts auf faire Bezahlung den einzelnen Frauen und schafft noch nicht einmal die versprochene Transparenz." Zusammen mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung wird deshalb auch über den Antrag der Fraktion DIE LINKE "Gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit für Frauen und Männer durchsetzen" abschließend beraten. Mehr

Die Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer Individualbesteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag könnte gut 15 Milliarden Euro Mehreinnahmen erzielen. Das Arbeitsangebot von verheirateten Frauen würde spürbar steigen. Belastet würden vor allem besserverdienende Ehepaare mit ungleichen Einkommen. Die Steuermehreinnahmen können verwendet werden, um private Haushalte zu entlasten. Eine aufkommensneutrale Verwendung für Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen würde vor allem Familien mit Kindern zugutekommen. Belastet würden nur noch Ehepaare mit hohen Einkommen und hohem Splittingvorteil. Mehr 

Zur Bundestagswahl 2017 richtet sich der Deutsche Frauenrat (DF) mit neun Forderungen an die Parteien im Wahlkampf. Mit diesen frauen- und gleichstellungspolitischen Forderungen geht der Deutsche Frauenrat in die Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Parteien und an die gesellschaftspolitische Öffentlichkeit. Mehr

Die vorliegende Studie gibt Auskunft über die psychosoziale Situation geflüchteter Frauen und lässt die Frauen selbst zu Wort kommen. Sie wurden nach ihren Fluchtgründen und nach ihrer Lebenssituation in Deutschland gefragt. Erstmals wird in dieser Studie dargestellt, wie geflüchtete Frauen ihre psychosoziale Situation sehen und welche Verbesserungsmöglichkeiten sie als hilfreich für ihre Integration in Deutschland erachten. Mehr

Die Steinzeit ist als Erklärungsmodell allgegenwärtig. Jäger und Sammler. Frau in der Höhle am Lagerfeuer. Mann hinterm Säbelzahntiger… Irgendwas passt immer, um echte oder vermeintliche Rätsel des heutigen Soziallebens mit der Lebenswelt von vor ein paar Tausenden bis Millionen Jahren zu erklären. Aber so allgegenwärtig solche steinzeitlichen Erklärungsversuche auch sind: Wissenschaftliche Erkenntnis steckt nicht immer dahinter. Anette Selg hat im Deutschlandradio in einem hörenswerten Feature Stimmen zusammengetragen, die infrage stellen, inwiefern eine Menschheitsepoche über deren Sozialstruktur im Allgemein und Geschlechterrollen im Speziellen man kaum etwas weiß, als Erklärungsmodell heutigen Sozialverhaltens taugt.

Aus der Partei

Wie das Frauenplenum des Magdeburger Parteitages 2016 beantragt hat, wird beim nächsten Parteitag das Frauenplenum in den Ablauf des Parteitages integriert. Das heißt, der Parteitag beginnt am 9. Juni um 15 Uhr (und endet am 11. Juni um 15 Uhr) mit der Konstituierung in der Kongresshalle Hannover. Um 15.30 startet dann (im Plenarsaal) das Frauenplenum (die männlichen Delegierten können zwei Stunden Pause machen), und um 18 Uhr wird der Parteitag im Plenum fortgesetzt. Das Frauenplenum wird von den weiblichen Mitgliedern des Tagungspräsidiums geleitet und befasst sich inhaltlich mit den wichtigsten Themen des Parteitages.
Der Parteitag selber hat die Aufgabe, das Bundestagswahlprogramm zu beraten und zu beschließen. Ferner sind Bundesschiedskommission und Finanzrevisionskommission neu zu wählen. Alle Unterlagen zum Parteitag werden auf hier veröffentlicht. Wichtig: Für das Frauenplenum gelten dieselben Antragsfristen wie für den Parteitag, also 27. April für allgemeine Anträge und 25. Mai für Änderungsanträge zu vorliegenden Anträgen. Mehr

LINKE Frühlingsakademie - bis 19. April anmelden!

Die Frühlingsakademie zu Klassen-Fragen stößt auf großes Interesse. Für DIE LINKE ist es ein äußerst wichtiges Thema. Auf der einen Seite sind tiefgreifende Veränderungen der Gesellschaft hin zu einem demokratischen Sozialismus ohne Klassenhandeln schwer denkbar. Auf der anderen Seite sind es nicht wenige Angehörige der erwerbstätigen Klassen und Schichten, die sich, auch im internationalen Maßstab, rechtspopulistischen Parteien zuwenden. Ebenso wollen wir den Blick auf den Zusammenhang von Geschlechter- und Klassenverhältnissen und dem Verhältnis von Feminismus und Klassenkampf richten –  angesichts eines größer werdenden sozialen Dienstleistungssektors vor allem und der Zunahme von Frauenarbeit insbesondere in schlecht bezahlten, prekären Arbeitsverhältnissen. Weitere Themen der Frühlingsakademie könnt Ihr dem aktuellen Stand der Programmplanung entnehmen. Wir freuen uns insbesondere über viele Anmeldungen von Frauen. Mehr

Internationales

"Das Recht auf etwas ist nicht dasselbe wie eine Erlaubnis; ein Recht kann man nicht zurücknehmen, eine Erlaubnis schon. Sind das, was Frauen in den letzten Jahrzehnten erstritten haben, nun Rechte - oder doch nur Genehmigungen mit Ablaufdatum? Die Frage ist nicht so absurd, wie sie für manchen vielleicht erst einmal klingt. Über das Recht auf den eigenen Körper scheint neuerdings wieder verhandelt zu werden. Man darf dazu zumindest Meinungen kundtun, die bis vor Kurzem einem beruflichen Selbstmord recht nahegekommen wären. Das geht schon mit Pussygate los, mit dem Tape, auf dem Donald Trump prahlte, was er bei Frauen alles darf, ohne zu fragen. Bewerber um das amerikanische Präsidentenamt konnten sich bis vor Kurzem noch wegen einvernehmlicher außerehelicher Sexualkontakte alle Hoffnungen abschminken. Vorbei. Es wäre noch viel zu tun für die Gleichberechtigung der Geschlechter, aber statt über Lohngleichheit zu diskutieren, befindet sich die Debatte derzeit im Rückwärtsgang, in den USA und zum Teil auch in Europa." So der Einstieg in einen lesenswerten Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Susan Vahabzadehs.

"Seit einer Woche ist Island das erste Land der Welt, das ein Gesetz verabschiedet hat, das Arbeitgeber dazu zwingt, Männern und Frauen für gleiche Jobs auch das gleiche Gehalt zu zahlen. In Gleichberechtigungsfragen war Island schon immer ein Vorreiter, zum Beispiel sind die Hälfte der dortigen Parlamentsabgeordneten Frauen und das Land hat 1980 die erste demokratisch gewählte Präsidentin der Welt gestellt. Doch trotz aller Kampagnen und Bemühungen liegt der Gehaltsunterschied dort auch heute noch zwischen 14 und 20 Prozent. Von nun an müssen Unternehmen beweisen, dass sie Männern und Frauen das Gleiche zahlen, es wird Kontrollen geben und jedes Unternehmen mit mehr als 25 Arbeitnehmern ist ab 2022 dazu gezwungen, ein Zertifikat zu erlangen, das über die Befolgung dieses Gesetzes Auskunft gibt. So ein Gesetz brauchen wir auch in Deutschland." Diese Meldung wurde dem Newsletter "Feminismen" entnommen, der hier zu beziehen ist.

Termine

5. April 201719.30 Uhr"Immer schön auf Augenhöhe", Diskussion/Vortrag mit Gesine Lötzsch, Stadtbibliothek in Magdeburg. Mehr

7. April 201718 Uhr, "Antifeminismus in der neuen Rechten", Workshop, Komplex in Schwerin. Mehr

8. April 2017, 15 Uhr, "200 Jahre Mathilde Franziska Anneke", Seminar im Friedensbildungszentrum Köln. Mehr

10. April 2017ab 9.30 Uhr, "Wollen und Können - Diversity und Inklusion in der kommunalen Kulturpolitik", Seminar, im Aurahotel Ostseebad Boltenhagen. Mehr

11. April 201718 Uhr, "Antifeminismus der AfD", Workshop, IG Metall Hannover. Mehr

12. April 201719 Uhr, "Proteste in den USA", Gespräch mit einer Aktivistin, DGB Gewerkschaftshaus Frankfurt (Main). Mehr

19. April 201718 Uhr, "Anarchafeminismus", Seminar/Lesekreis, im ZAKK Düsseldorf. Mehr

21. April 201720 Uhr, "B.A. Bitches", Theater im Depot in Dortmund. Mehr

22. April 201715.30 Uhr, "Maria Grollmuß/Marja Grólmusec: sorbische Intellektuelle und Widerstandskämpferin", Lesung/Gespräch in der Gedenkstätte Fürstenberg (Havel). Mehr

24. April 291719 Uhr, "Der Vorgang Benario", Diskussion/ Vortrag, Helle Panke Berlin. Mehr

26. April 201719 Uhr, "Frauen der Welt - Netzwerktreffen", Vortrag/Diskussion im Regionalbüro der RLS München. Mehr