Logo Frauen und Genderpolitik

7. März 2017

in einer prall mit Aktionen, Berichten und Feiern gefüllten Woche um den 8. März bilden die Demonstrationen zum Frauen*Kampftag den Höhepunkt. Im Aufruf heißt es: Feminismus heißt ein gutes Leben für alle, heißt gleiche Rechte für alle und heißt Widerstand.
In diesem Sinne: Kämpft, feiert und lasst euch feiern!

Eure Redaktion

Judith Benda, Janina Bloch, Nina Eumann, Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Jana Hoffmann, Caren Lay, Anja Mayer, Antje Schiwatschev, Claudia Sprengel, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Uta Wegner, Nadia Zitouni

Aktuelles

Da auch zum 106. Internationalen Frauentag viel zu tun bleibt, startet die Bundestagsfraktion DIE LINKE. voller Tatendrang in diese frauenpolitische Woche: Am Montag setzen wir uns in den öffentlichen Ausschussanhörungen für eine zügige und nicht stigmatisierende Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Kinder von Alleinerziehenden sowie ein Entgeltgleichheitsgesetz ein, das diesen Namen auch verdient.
Am Mittwoch befassen sich diverse Ausschüsse u. a. mit unseren Initiativen für die Ehe für alle, mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft und die Schaffung eines Verbandsklagerechts gegen Diskriminierung.
Und am Freitag kämpfen wir im Bundestagsplenum für einen Umgangsmehrbedarf für Alleinerziehende im Hartz IV-Bezug. Denn alleinerziehend zu sein, gehört noch immer zu einem der größten Armutsrisiken in Deutschland. Betroffen sind davon vor allem Frauen und ihre Kinder. Alleinerziehende und Umgangsberechtigte im Hartz IV-Bezug werden durch die fehlende Anerkennung des Umgangsmehrbedarfs zusätzlich diskriminiert. Dazu Katja Kipping, Parteivorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE: „Der Appetit und die Bedürfnisse von Kindern richten sich nicht nach kleinkarierten Rechnungen von Bürokraten! Wenn die Eltern getrennt leben und das Kind zu beiden Kontakt hat, fallen Mehrkosten an. Diesen Kindern zu helfen, muss drin sein. Es ist höchste Zeit für den Umgangsmehrbedarf. Alleinerziehende leisten viel. Doch die CDU-SPD-Regierung versagt darin, sie zu unterstützen. Es ist unerträglich, dass CDU und SPD die Einführung des Umgangsmehrbedarfs blockieren.“
Über all das und noch viel mehr informiert und unterhält Euch die facebook-Seite Linker Feminismus – mögt und teilt uns! Mehr

8. März - Heraus zum Internationalen Frauen*kampftag

Am 8. März finden in mehrere Städten Demonstrationen zum Frauen*Kampftag statt. Mehr Infos wo, gibt's auf der Seite www.frauenkampftag.eu.In Berlin startet die Demonstration am 17 Uhr ab Hermannplatz. DIE LINKE unterstützt den Aufruf. "Für einen feministischen Internationalismus" und ist mit Wagen und Leuten dabei. Einen Mob-Clip gibt´s hier 
Die Europäische LINKE ruft mit einem Manifest zu Protesten und Aktionen am Internationalen Frauentag auf. Mehr

"Klare Ansagen für unser Land" - so lautete nicht nur die Rückwand beim politischen Aschermittwoch in Wallerfangen, sondern dies war auch das Motto der kämpferischen Rede von Sahra Wagenknecht, die hier auf dem You-tube-Kanal der LINKEN auch nachträglich geschaut werden kann.

Der Equal Pay Day (EPD) markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und damit das Datum des diesjährigen EPD am 18. März 2017. Zum zehnten EPD wird unter dem Motto "Endlich partnerschaftlich durchstarten#EPD2017" zum Kongress nach Berlin eingeladen. Mehr
Bundesministerin Manuela Schwesig wollte der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern mit einem Gesetz begegnen. Cornelia Möhring, Frauenpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag, kommentiert das Entgeltgleichheitsgesetz der Großen Koalition als zahnlosen Tiger. Mehr 
Der Antrag der Linksfraktion zur Entgeltgleichheit findet sich hier und die Rede Cornelia Möhrings im Plenum des Bundestages gibt es hier.

"Von "Tiger Girl" bis Schnipo Schranke: Woher kommen plötzlich all die jungen Frauen, die Männer vermöbeln, Katzen töten und im Stehen pinkeln?" Dieser Frage geht Anna Fastabend im Magazin der Süddeutschen nach und kommt zu dem Ergebnis "Da hat sich was angestaut!.

Aus der Partei

Clara-Zetkin-Preises 2017 geht an Ciocia Basia

Zum siebten Mal hat DIE LINKE am vergangen Freitag den Clara-Zetkin-Preis verliehen. Über vierzig Projekte und Initiativen waren für den Preis vorgeschlagen worden. Aus dieser Vielfalt feministischen und queeren Engagements hatte die Jury sechs Projekte in die engere Auswahl nominiert. Unter den Nominierten waren langjährig engagierte wie die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF), deren Arbeit auch 40 Jahre nach Gründung der ZIF so wichtig ist wie im Gründungsjahr. Oder die 1992 gegründete "Überparteiliche Fraueninitiative - Berlin Stadt der Frauen e.V.", welche die Praxis überparteilicher Bündnisse von Frauen als Zukunftsstrategie in gesellschaftliche Erneuerungsprozesse einbringt. Aber auch das Projekt "Frauenbeauftragte in Wohnheimen und Werkstätten" von Weibernetz e.V., der politischen Interessenvertretung behinderter Frauen, hat auf der Preisverleihung überzeugend dargelegt, warum es notwendig ist, dass Frauen mit Lernschwierigkeiten eigene Vertreterinnen in ihren Wohn-und Arbeitszusammenhängen haben. Eine eher jüngere Geschichte gemeinsamer Arbeit hat der  Rechtshilfe-Fonds Peperoncini, den drei Leipziger Studentinnen 2015 gründeten und mit dem sie finanzielle Unterstützung für Gerichtsverfahren von Geflüchteten organisieren. Das Dresdener DJane Kollektiv ProZecco gründete sich erst 2016, um Frauen zu zeigen, dass Djing keine Geheimwissenschaft ist, schon gar keine der Männer. Als die Frauen ihre Arbeit auf der Bühne des Südblocks nochmals vorstellten, hätten wohl viele Anwesende gern alle Projekte ausgezeichnet.
Der Clara-Zetkin-Preis 2017 wurde an die Aktivistinnen von Ciocia Basia verliehen. Die Idee der Aktivistinnen: Sie helfen polnischen Frauen dabei, in Berlin Abtreibungen vornehmen zu lassen.
Im erzkatholischen Polen sind Abtreibungen nicht nur unter Strafe gestellt, sondern auch in weiten Teilen der Gesellschaft geächtet. Rechtliche Ausnahmen sind nur in besonderen Fällen möglich, zum Beispiel wenn die Gesundheit der Mutter explizit gefährdet ist. Doch selbst dann, ist es oft schwer einen Arzt zu finden, der die Abtreibung auch tatsächlich vornimmt. Ciaocia Basia leistet hier ganz praktische Hilfe, organisiert die Unterkunft in Berlin und Dolmetscher*innen, übernimmt, wenn nötig, die Kosten für die Anfahrt und den Eingriff, begleitet die Frauen zum Arzt oder in die Klinik. Finanziert wird die Arbeit der Initiative ausschließlich aus Spenden und die Vertrerinnen von Ciocia Basia haben sich sehr über das Preisgeld von 1500€ für ihre Arbeit gefreut.
Die Laudatio von Katja Kipping findet sich hier und tolle Fotos des Abends gibt es hier       

Clara-Zetkin-Ehrenpreis für Feleknas Uca

Feleknas Uca, Menschrechtsaktivistin und Abgeordnete der HDP im türkischen Parlament, ist mit dem Clara-Zetkin-Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Sie widmet den Preis all jenen, die unter Einsatz von Leib und Leben für Demokratie und Frauenrechte in der Türkei kämpfen. Sie selbst ist jesidische Kurdin, in Deutschland geboren und aufgewachsen, derzeit Abgeordnete im türkischen Parlament für die Demokratische Partei der Völker HDP – eine der buntesten Parteien des Landes, zu der sich kurdische und linke Parteien, Vertreter_innen ethnischer Minderheiten sowie Aktivistinnen aus der Gewerkschafts-, Frauen-, Homosexuellen- und Umweltbewegung zusammengeschlossen haben.Einige Reaktionen gibt es
hier und hier

Nicht nur am Frauentag - Pflegearbeit ist mehr wert! Unter diesem Motto ist DIE LINKE am 8. März unterwegs, vorwiegend vor Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Wie in jedem Jahr werden auch Blumen verteilt, um die oft unsichtbaren und nicht oder schlecht bezahlten Leistungen von Frauen zu würdigen. Die Aktionen sollen auf der Facebook-Seite der Kampagne "Das muss drin sein!" dokumentiert werden.

Internationales

"Um die Situation der Frauen in Russland besser verstehen zu können, reicht es nicht aus, konkrete Probleme oder Errungenschaften zu thematisieren. Vielmehr ist es notwendig, den allgemeinen Kontext zu erfassen, in dem wir uns bewegen." So beginnt ein lesenswerter Essay von Jelena Besrukowa über Russlands Rückkehr zum Konservatismus, der bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung hier abrufbar ist. 

Termine

9. März 2017, "A woman's voice is a revolution! - Zu anti-muslimischem Rassimus und muslimischem Feminismus", 19 Uhr in Kiel, Alte Meierei, Hornheimer Weg 2. Mehr

10. März 2017, "Die Rolle der Frauen im Spanischen Bürgerkrieg", 18 Uhr, Stadtbibliothek in Bautzen. Mehr

10. März 2017, "Was ist das mit diesem Sexismus? 19 Uhr in Heilbronn Soziales Zentrum Käthe . Mehr

11. März 2017, "Frauen in Rojava" 15 Uhr im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Mehr

11. März 2017, "Die Komödiantin zwischen Kunstanspruch und Fürstengunst - Zeugnisse und Selbstzeugnisse der Caroline Neuberin" 17 Uhr Großes Schloss Blankenburg. Mehr

12. März 2017, "Ostfrauen im Westfernsehen", 10 Uhr Theater Neu Bühne Senftenberg. Mehr

15. März 2017, "Anarchafeminismus", 18 Uhr Seminar, ZAKK in Düsseldorf. Mehr

15. März 2017, "Das Netzwerk Care-Revolution", 19 Uhr WIR AG Dresden, Mehr 

15. März 2017, "Rosa Luxemburg und der Antisemitismus", 19 Uhr, DAStietz, Chemnitz Mehr

16. März 2017, "Rojava", 19 Uhr im Raschplatzpavillon Hannover, Mehr

17.-19. März 2017, "Mannsbilder", ganztägig, Domstadtkino Merseburg. Mehr

17. März 2017, "Linke Basics: Trans – Was heißt das eigentlich?", 19 Uhr Café Fatsch Köln. Mehr

18. März 2017, "Frauen der Arbeiter_innenbewegung in Friedenau'", 14 Uhr, Exkursion in Berlin Friedenau ab S-Bahnhof. Mehr

20. März 2017, "Die freiheitliche Sozialistin Rosa Luxemburg", 14.30 Bürgerhaus AlternativE in Halle. Mehr

21. März 2017, Dieser ein gemeinsame Tag", 19 Uh Komplex Chemnitz. Mehr

22. März 2017, "Die Geier-Wally", 19.30 Uhr 19.30 Uhr im Salon Rohnstock, Mehr.

29. März 2017, "Clara Zetkin", 14 Uhr, Linker Laden in Halle. Mehr

29. März 2017, "Frauen der Welt - Netzwerktreffen", 18.30 im RLS-Büro München. Mehr

30. März 2017, "Mutter-Tochter-Dialog zwischen Frauke und Gina Pietsch", 15 Uhr, Helle Panke Berlin. Mehr

31. März 2017, "Du siehst müde aus", 15.30 Stadtteilleben Linden e.V. in Hannover. Mehr

5. April 2017, "Immer schön auf Augenhöhe" mit Gesine Lötzsch, 19.30 Stadtbibliothek in Magdeburg. Mehr

7. April 2017, "Antifeminismus in der neuen Rechten" 18 Uhr, Komplex in Schwerin. Mehr