Kommunaler Initiativpreis 2014

Im Rahmen des alljährlichen Treffens von kommunalen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern der LINKEN aus ganz Deutschland am 1. November 2014 in Berlin übergab Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn zum zweiten Mal den »Kommunalen Initiativpreis - Kommune 2020«, mit dem Vereine und Projekte ausgezeichnet werden, die die Entwicklung eines demokratischen, ökologischen und sozial gerechten Gemeinwesens voranbringen. Die Auszeichnung soll dazu ermutigen, sich für mehr direkte Beteiligung der Menschen in den Kommunen, für eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit sowie für mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen.

Preisträger 2014

Medizinische Beratung und Vermittlungsstelle für Flüchtlinge MediNetz e.V. Bonn

Begründung der Nominierung durch die Linksfraktion in Bonn

Nach Schätzung leben derzeit mehr als 4.000 Menschen ohne Papiere im Großraum Bonn. Aus Angst entdeckt zu werden, gehen die meisten Flüchtlinge nicht zum Arzt. Sie haben keine Krankenversicherung und oft nicht genug Geld um die Behandlung aus eigener Tasche zu zahlen. Chronische und zu spät erkannte Erkrankungen sind die Folge. Auch der Stress nagt an ihnen: An jeder Ecke droht die Abschiebung, nicht selten haben sie schreckliche Dinge erlebt. Der Verein MediNetz e.v. bietet hier mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Sprechstunden und vermittelt die Patientinnen dann an Medizinerinnen, die sie kostenfrei und anonym behandeln. Es engagieren sich mittlerweile rund 80 Ärztinnen und Heilpraktikerinnen im Netzwerk. Auf Asylrecht spezialisierte Anwälte beraten und bei Bedarf kann auf die Dienste von Übersetzerinnen zurückgegriffen werden. Darüber hinaus kooperiert Medinetz mit anderen Flüchtlingsberatungsstellen und sozialen Einrichtungen in der ganzen Stadt. Die gesamte Arbeit finanziert sich über Spenden. Der Verein ist deswegen ein eindrückliches Beispiel für für die Förderung des Engagement in der Stadt und durch die Funktion als Anlaufpunkt sowohl für die Flüchtlinge als auch die Hilfeleistenden ein besonderer Träger der Beteiligung in der Kommune- auch abseits der traditionellen Mitwirkungsstrukturen.

MediNetz zeichnet sich besonders dadurch aus, dass die unmittelbar humanitäre Zielsetzung mit der politischen Arbeit verbunden wird. Von der Ausarbeitung einer Geschäftsordnung für eine kommunale Ausländerrechtliche Beratungskommission (für Härtefälle), zur wenigstens teilweisen Verhinderung von Abschiebung, bis hin zur Forderung (samt ratsinitiative) nach Ausgabe einer Krankenversicherungskarte für Flüchtlinge, werden gemeinsam mit der Linksfraktion und anderen Partnern aus dem politischen und gesellschaftlichen Raum wichtige Initiativen erarbeitet.