Agenda Sozial statt Hartz IV

Heute vor zehn Jahren hat Gerhard Schröder seine Agenda 2010 verkündet. Die SPD hält das für einen Anlass zum Feiern und wird das Jubiläum heute Nachmittag mit einem Festakt würdigen. Katja Kipping und Bernd Riexinger sehen keinen Anlass zur Freude und haben heute Morgen vor dem Jobcenter Neukölln gegen die verheerenden sozialen Folgen der Agenda 2010 protestiert. DIE LINKE fordert eine Agenda Sozial als Gegenmodell zu Hartz IV: Mindestlohn, Mindestrente, Mindestsicherung!

Anschließend fuhren die Parteivorsitzenden in den Wedding, wo sie den Verein „Menschen helfen Menschen“ besuchten. Der Vereinsvorsitzende schilderte eindrucksvoll, wie er gemeinsam mit über 50 Mitstreiterinnen und Mitstreitern – darunter vielen ehrenamtlichen –arme Menschen, Obdachlose, Hartz IV-Beziehende, Rentner, Kinder mit dem Nötigsten versorgt. Mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Möbeln, Spielzeug, Büchern. Außerdem ermöglicht der Verein Kindern aus einkommensschwachen Familien einen ordentlichen Schulstart, indem er Schulmappen, Federtaschen, Hefte, Umschläge und sogar eine gefüllte Schultüte zur Verfügung stellt. In der „Mappi-Station“ des Vereins können sich bedürftige Schülerinnen und Schüler regelmäßig mit Schulutensilien versorgen.

Der Verein ist dankbar, immer wieder Sponsoren zu finden, die das soziale Engagement unterstützen. Auf die Frage von Katja Kipping, was seiner Meinung nach geändert werden müsse, welchen Wunsch er an den Bundestag habe, antwortete der Vereinsvorsitzende: „Es muss mehr Menschlichkeit geben. Niemand ist nutzlos, jeder hat seinen Platz in dieser Gesellschaft.“ Die Agenda 2010 hat viele Menschen arm gemacht und ausgegrenzt. Sie sollte nicht gefeiert, sondern umgestaltet werden. In eine Agenda Sozial. „Aber“, so der Vereinsvorsitzende, „um einen Fehler wiedergutzumachen, muss man ihn erst einmal als solchen erkennen.“

Spenden an den Verein „Menschen helfen Menschen“: Kontonummer 660 300 1304, BLZ 100 500 00, Berliner Sparkasse

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