Aktiv werden - Öffentlichkeitsarbeit - Pressearbeit

1.2.4 Fernsehauftritte

Das Fernsehen gewinnt in der heutigen Zeit weiterhin an Bedeutung. Mit einfachen Mitteln können Botschaften und PolitikerInnen transportiert werden. Das Fernsehen prägt deshalb entscheidend das Bild der Partei DIE LINKE in der Öffentlichkeit. Umso wichtiger ist es, dabei ein, im wahrsten Sinne des Wortes, gutes Bild abzugeben.

Doch nicht alles wird durch das Fernsehen im gleichen Maße vermittelt. Von den Informationen, die bei den Zuschauern ankommen, sind gerade einmal 7 Prozent Inhalt. 37 Prozent sind die Stimme und 55 Prozent das Äußere. Das muss bei der Vorbereitung auf einen Fernsehauftritt unbedingt beachtet werden. Inhalte sind zwar nichtsdestotrotz wichtig, das Äußere darf aber nicht vernachlässigt werden.

Fernsehauftritte können unterschiedlich aussehen. Es können Talkshows sein, zu denen PolitikerInnen verschiedener Parteien eingeladen sind, es können Interviews oder kurze Statements vor einer Kamera sein. In jedem Fall ist ein gut vorbereiteter und durchgeführter Fernsehauftritt sowohl für die einzelnen PolitikerInnen als auch für die Partei DIE LINKE die halbe Miete.

Prinzipiell gilt: Lieber zu viel fragen als zu wenig. Die Partei DIE LINKE verfügt über MedientrainerInnen, die jeder und jedem hilfreich zur Seite stehen.

Vorbereitung:

  • Thema genau erfragen: Was ist das präzise Thema der Sendung, zu der man eingeladen ist? Worauf will die Fragestellung des Interviewers hinaus?

  • Bei einem längerfristig geplanten Fernsehauftritten (Talkshows, Fernsehinterviews) thematisch gut vorbereiten, nicht erst am Vortag beginnen.

  • Zu Themen regelmäßig Informationen sammeln (Zahlen, Fakten, Zeitungsausschnitte), damit man sie sofort parat hat.

  • Zu jedem Thema eine Karteikarte erstellen, auf der stichwortartig drei bis vier Argumente aufgeführt sind; die Argumente sollten nach Priorität geordnet sein.

  • Kernbotschaften zurechtlegen (für 30 Sekunden, für 60 Sekunden, für 90 Sekunden).

  • Sprachregelungen rechtzeitig festlegen (zu kurzfristigen Ereignissen wie z. B. Wahlergebnissen), unterschiedliche Aussagen von verschiedenen PolitikerInnen der selben Partei wirken chaotisch und schmälern die Glaubwürdigkeit.

  • Sollten zu einem Fernsehauftritt andere Gäste eingeladen sein, in Erfahrung bringen, wer diese sind. Die Argumente der Gegenseite vorher recherchieren und Gegenargumente ausarbeiten, um darauf schnell und präzise reagieren zu können.

Outfit:

  • Sich die Frage stellen, wie man selbst rüberkommen will: Jung-dynamisch oder seriös?

  • Immer authentisch bleiben, nicht verkleiden; vorrangig ist, dass man sich in seinem Outfit wohl und sicher fühlt.

  • Sollte zu den besonderen Eigenheiten des Fernsehens passen: kein rotes Outfit vor rotem Hintergrund, keine kleinen Karos oder sonstige gemusterte Kleidung, keine knalligen Farben, kein reines weiß anziehen.

Auftritt:

  • Eine einfache, verständliche Sprache verwenden, die auch Menschen verstehen, die nicht im Thema sind; die „Oma aus Rügen“ muss die Chance haben, unsere Argumente nachzuvollziehen.

  • Mit Beispielen und Vergleichen arbeiten; das abstrakte Thema auf konkrete Beispiele herunterbrechen.

  • Auf die Kernbotschaften konzentrieren, bei Statements ggf. wiederholen, damit nicht die gewollte Botschaft nachher rausgeschnitten werden kann.

Fernsehmitschnitte:

Bei Fernsehmitschnitten von selbstorganisierten Veranstaltungen, Pressekonferenzen oder Presseterminen ist unbedingt die Erkennbarkeit der Partei zu gewährleisten. Auch die Zusammensetzung und das Verhalten des Publikums sind wichtig für eine gelungene Fernsehaufzeichnung. Wichtig ist, den Fernsehjournalisten gute Bilder anzubieten.

  • Die Erkennbarkeit als Veranstaltung der LINKEN muss gewährleistet sein. Wichtig ist ein deutlich erkennbares Logo am Rednerpult oder an einer Rückwand und am Eingang. Auch innerhalb des Publikums sollte DIE LINKE erkennbar sein (z. B. mit Fahnen, Plakaten, T-Shirts, Schildern oder ähnlichem).

  • Bei der Auswahl des Ortes darauf achten, was „böswillige“ Kameraleute einfangen könnten: obskure Beschilderungen, finstere Durchgänge, Schmuddelecken vermeiden. Kameraleute haben einen körperlich schweren Job und werden oft als Störfaktor angesehen, gerade wenn sie vor der Bühne stehen und einigen die Sicht nehmen. Ein freundlicher Umgang mit ihnen kann vielleicht auch dazu helfen, manches hässliche Bild über uns zu vermeiden.

  • Schaut darauf, was oder wer hinter den RednerInnen oder InterviewpartnerInnen im Bild zu sehen ist, das Logo und ggf. den Titel der Veranstaltung günstig platzieren.

  • In den ersten Reihen des Publikums sollten die Altersgruppen gut durchmischt sein, wir müssen nicht nur junge Menschen präsentieren, aber es sollten immer welche dabei sein.

  • Das Publikum sollte sympathisch und engagiert rüberkommen und besser zu viel als zu wenig seinen Emotionen Ausdruck geben. Es beflügelt unsere RednerInnen und dokumentiert den Zusammenhalt unserer Partei, wenn sie ordentlich Beifall bekommen.